Nennen wir es "Lernklarheit"

Was ist damit gemeint?

"Lernklarheit" lässt sich am Besten beschreiben mit
einer grundsätzlich positiven LERNHALTUNG gepaart
mit entsprechend konstruktivem
 VERHALTEN.
 

  • In vielen Studien konnte gezeigt werden, dass Lernklarheit erfolgreiches LERNVERHALTEN mit sich bringt (taktisch, strukturiert, organisiert, etc.).
  • Lernklare Menschen wissen, dass Lernen immer Einsatz erfordert, sie stellen sich dem Lernen und arbeiten daran.
  • Es hat sich gezeigt, dass lernklare Menschen Aufgaben mit ZUVERSICHT angehen, sie bleiben auch im Falle von Hindernissen oder Niederlagen engagiert am Ball, suchen ihre Wege und nutzen wirksame Lernstrategien.
  • Dieses aktive, ausdauernde Lernverhalten ist genau das Training bzw. die ANREGUNG, die unser Hirn für seine Entwicklung braucht. So werden Nervenzellen und ihre Verbindungen aktiviert und ihr Wachstum wird gefördert. So können sich im Hirn Fähigkeiten und Möglichkeiten entwickeln.

Wie zeigt sich Lernklarheit? Wie fühlt sich "lernklar sein" an?

SCHÜLER die lernklar sind, wissen "Ja, ich kann!".  Ihre Lernklarheit zeigt sich so:

Das schaffe ich! Ich gebe mein Bestes!
Das schaffe ich! Ich gebe mein Bestes!
  • Mir ist klar, dass ich lernen kann, dass ich Fragen stellen und Hilfe finden kann, dass üben dazu gehört und sich lohnt, dass ich letztlich FÜR MICH persönlich Erfolg haben kann.
  • Ich weiß, was ich schon kann, und ich weiß, was noch fehlt. Lernen ist mir WICHTIG und ich geh' es an.
  • Dabei hilft mir mein Selbstbewusstsein: im Laufe meines Lebens habe ich schon alles Mögliche gelernt, davon kann ich lange berichten. Manches habe ich mir hart ERARBEITET, Manches fühlte sich an wie nebenbei erlernt.
  • Irgendwie geht es immer, ich bleibe HARTNÄCKIG bei der Sache, ich STRENGE MICH AN.
  • Ich übernehme VERANTWORTUNG für mich und werde letztlich Erfolg haben.
  • Ich finde, FEHLER gehören dazu, sie ärgern mich zwar, aber entmutigen mich nicht. Sie spornen mich dazu an, genauer hinzuschauen und mich selbst noch mehr einzusetzen.

LERNBEGLEITER haben eine tragende Rolle - Lehrer, Freunde oder Familie. Ihre Lernklarheit zeigt sich so:

Das schaffst Du! Gib Dein Bestes!
Das schaffst Du! Gib Dein Bestes!
  • "Ja, Jeder kann!" Mir ist klar, dass Jeder lernen kann und dass ich Lernen AKTIV begleiten kann.
  • Ich ERMUTIGE zum Lernen und weiß, dass es gibt viele Lernwege gibt. Dabei hilft mir meine Erfahrung: im Laufe meines Lebens habe ich so viele Menschen so Vieles lernen sehen, so viele erfolgreiche Lerngeschichten. 
  • Ich habe natürlich auch gesehen, wie man strauchelt beim Lernen, wie es MÜHE und ZEIT kostet; ich habe das natürlich auch selbst erlebt. Es gehört zum Lernen immer dazu.
  • Ich LEBE LERNEN VOR, ich bin grundsätzlich interessiert an verschiedensten Themen, bin auf der Suche nach neuen Einblicken, Beispielen, Berichten und tausche mich hierzu auch gerne aus.
  • Ich ERKENNE wo Lernen stattfindet, wo es stockt, wo ich HELFEN kann.
  • Ich weiß was Lernende können und was ich kann; ich setze mich aktiv für ihren LERNFORTSCHRITT ein, bleibe hier am Ball und suche wo nötig auch selbst Hilfe.  
  • Lernen ist mir WICHTIG, ich begleite ZUVERSICHTLICH, anspornend, interessiert, gezielt fördernd und anerkennend.

Hinzu kommt für den einzelnen ...

... LEHRER zeigen Lernklarheit auch so ...

  • Ich KOOPERIERE mit vielen Kollegen und bin kein Einzelkämpfer
  • Ich engagiere mich für den sichtbaren Lernfortschritt meiner Schüler, also für die WIRKSAMKEIT meiner Lehre. Dazu frage ich auch nach und finde heraus, ob sie bei mir gut lernen können 
  • Ich beziehe ELTERN meiner Schüler aktiv ein und gemeinsam pflegen wir die Lernbedingungen
  • Ich lernen selbst und übernehmen Verantwortung für meine WEITERBILDUNG

... ELTERN zeigen Lernklarheit so ...

  • Ich BEGLEITE das Lernen meines Kindes, inner- und außerhalb der Schule mit nachfragen, zuhören, zusehen, austauschen, teilnehmen, erkunden, nachlesen, vorleben, vorbereiten, gesunde Ernährung und Schlafzeiten, u.v.m.
  • Ich KOOPERIERE mit den Lehrern meines Kindes, gehe auf sie zu bzw. bin gut erreichbar
  • Ich LOBE mein Kind für Interesse, Engagement und Ausdauer (es geht wenig um "nackte" Ergebnisse oder Noten)

Das klingt gut! ... Zu gut?

Lernklarheit scheint leider nur schwach ausgeprägt bzw. gelebt zu werden. Die neuesten Erkenntnisse ermuntern aber unbedingt dazu, für mehr Lernklarheit zu sorgen. Die gute Nachricht ist die: Jeder kann bei sich selbst beginnen und damit ein aufmunterndes Lernumfeld vorleben.

Schon allein das Wissen über Lernklarheit und ihre Wirkungen kann zu erstaunlichen Veränderungen beim Einzelnen führen. Dies hat Dr. Carol Dweck, Professorin der Stanford University, mit ihren berühmten Studien vielfach gezeigt. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema Lernen und weiß, manche Menschen sind eher Lern-klar und Andere sind eher Talent-fixiert. Sie nennt dies growth mindset und fixed mindset

 

Wichtig! Es reicht natürlich NICHT aus, sich zu sagen "ich bin lernklar". Eine tief verinnerlichte Lernklarheit zeigt sich in vielen kleinen Gesten, Worten, Sätzen und Handlungen. Lernklarheit manifestiert sich im Alltag, im Verhalten, im Umgang, in guten wie in schlechten Zeiten!

 

"Lernklarheit"

öffnet für
"MAN KANN ES SCHAFFEN" ...

(growth mindset)

"Talent-Fixierung"

beschränkt auf
"MAN KANN ES ODER EBEN NICHT/ NIE" ...

(fixed mindset)


Personen mit "Lernklarheit" wissen, dass Fähigkeiten sich entwickeln lassen, dass Anstrengung sich lohnt und sie an Fehlern wachsen können.

Sie nehmen Herausforderungen an und wissen, dass sogar Genies hart arbeiten mußten, um ihre Fähigkeiten und Ergebnissen zu entwickeln. Auch bei Niederlagen bleiben sie am Ball und versuchen Hilfe und Wege zu finden.

Chance: Sie gewinnen mehr Lernchancen und sorgen für ihre weitere Entwicklung, eine Erfolgsspirale.

Personen mit "Talent-Fixierung" vermeiden Herausforderungen eher, denn Unsicherheiten oder Anstrengung setzen sie mit Dummheit gleich. Sie vermeiden Herausforderungen. Was ihr Talent in Frage stellen könnte, vermeiden sie eher. Mit Fehlern und Niederlagen können sie kaum umgehen, finden die Schuld bei Anderen oder den Bedingungen oder täuschen sogar gute Ergebnisse vor.

Risiko: Sie  beschränken so ihre Lernchancen und ihre weitere Entwicklung, ein Teufelskreis.


Wichtig zu wissen ist, dass Lerneinstellungen formbar sind, Jeder kann seine Lernklarheit
entwickeln, stärken und ausleben! Es liegt in der SPRACHE und im MITEINANDER!
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