Vor der Schule - natürlicher Mathespaß

Wirklich so früh?

Bereits ab dem zweiten Lebensjahr entdecken Kinder die Welt um sie herum, mehr und mehr. Was wir unter "Mathe" verstehen ist ein natürlicher Bestandteil ihrer Welt und ihrer Entdeckung. Wir sollten "Mathe" ganz normal um uns herum erkennen, wie Kinder es tun. Schon kleine Kinder beginnen Mengen, Dimensionen, Formen, Richtungen, Beziehungen in ihrer Welt zu sehen. Im Spiel verbringen sie, laut einer Studie, bis zur Hälfte ihrer Spielzeit mit mathematischem Hantieren verbringen, wie z.B. zählen, vergleichen, messen, wiegen, teilen, ausgleichen, sortieren, gruppieren. Das kennen wir ja auch aus Küche, Garten, Werkstatt, Garage und Geburtstagsfeier.

Also, viele Aktivitäten sind im Alter ab ca. zwei bis drei Jahre eine prima natürliche Gelegenheiten für Kinder, das "Mathematische" ihrer Welt zu entdecken und positiv zu erleben. Sie entwickeln spielerisch und natürlicherweise Interesse für und ein grundlegendes Verständnis von 

  • Formen, Lagen, Maße, Gewichte, Ordnung, Muster, Gruppen, Zusammenhänge
  • Mengen und Zahlen, angefangen mit der "gedichtartigen" Zahlwortreihe (1, 2, 3, ...), über die Mengenerkennung und bis zu den Ordnungszahlen (1., 2., ...)
  • grundlegende Vokabeln zur Beschreibung der Lage, der Größe, der Zeit (groß, größer, am größten; viel, lang, weit, schwer, etc. sowie die Gegenteile)

Kleine Mathe zu Hause

Wichtigste Grundlage für alles Weitere ist ein solides Zahlverständnis: Was meint eine Zahl? Wie ist eine Menge zu sehen? Diese Aktivitäten helfen:

  • ein Teller einem Platz zuordnen, ein Socken einem Fuß, ein Muffin einem Freund, ein Knopf einem Loch an der Jacke
  • Zählen, zählen, zählen oder Zähllieder und -reime
  • kleine Mengen benennen, legen, geben, tauschen
  • kleine Mengen auf einen Blick erkennen (Subitizing)
  • kleine Mengen in größeren Mengen sehen (Zahl in Zahl, Zerlegbarkeit)

Irgendwann beginnt ein Kind das Zählen zu vereinfachen. Ein gutes Zeichen dafür, dass Mengen-Zahl-Verständnis tragfähig wird. Sie beginnen dann z.B.

  • von einer Ausgangsmenge aus weiterzuzählen
  • in zweier Schritten zu zählen
  • fünf bzw. zehn zusammenzufassen

Das ist aber ein weiter Weg und beginnt womöglich erst in der Schule. Bitte nicht eilen und drücken, jedes Kind braucht eigene Zeit zur Entwicklung eines eigenen soliden Zahlverständnisses und zur Verinnerlichung dieser so wichtigen Grundlagen. Bis dahin können weitere wichtige mathematische Erfahrungen im Alltag gesammelt werden ... spielerisch:

  • Tischdecken (1:1 Zuordnung, z.B. zu jedem Teller ein Besteck)
  • kleine Messungen von Gewicht, Größe/Länge, Zeit 
  • kleine Mengen bestimmen beim Backen/ Kochen, Gärtnern, Einpacken, Einkaufen
  • Vergleichen und Sortieren (z.B. beim Aufräumen nach Art, Farbe, Größe, Form)
  • Bauen und Basteln (z.B. Muster/ Strukturen legen mit Nudeln, Stiften, Lego)
  • Gesellschaftsspiele mit Zahlen und Mengen, z.B. Jenga, Schlangen-und-Leitern

Bücher, Reime, Lieder und Fingerspiele

  • Die Raupe Nimmersatt
  • ...

 

  • Zehn kleine Negerlein
  • ...

Mathe draußen in der Natur

  • Formen jagen im Garten/ Park - Welche Formen sehen wir (Kreise, Quadrate, Rechtecke, Dreiecke)? Formen vergleichen
  • Zählspiele - Hüpfekästchen, Seilspringen, Zählen in der Stadt (Stufen, Fenster, Lampen, Brücken, Fahrräder, Briefkästen, Hunde, etc.)
  • Tanzen - Zahlmuster mit dem Körper erfinden (klatschen, stampfen, hüpfen, schreiten, drehen, etc.)
  • Sport - Treffer zählen, Zeiten und Weiten messen und vergleichen, Reihenfolge, Winkel
  • Zeit & Dauer - Zeiten messen, schätzen, vergleichen (Fußweg zur Schule, einmal ums Haus rennen, von der Haustür zur Garage, etc.)
  • Pflanzen setzen im Garten/ Kübel - Platz und Abstand schätzen